CDU Stadtverband Fürstenberg an der Havel
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12.12.2017, 17:44 Uhr
Naturschutz-Projekt lässt Wald abholzen
CDU Fürstenberg/Havel informiert sich vor Ort
Anwohner, Jäger, Forst-Experten und einfache Spaziergänger zeigen sich irritiert:...
Anwohner, Jäger, Forst-Experten und einfache Spaziergänger zeigen sich irritiert: In der Zerweliner Heide, gelegen wie eine Halbinsel zwischen Barsdorf und der Havel, werden seit Wochen Wälder abgeholzt - und zwar nach Überzeugung einiger Fachleute in einem unerträglichen Übermaß. Bekannt ist die Heide in der Bevölkerung auch als Bestandteil eines über Jahrzehnte betriebenen Truppenübungs- und Schießplatzes. Schon zu Zeiten des Kaisers Wilhelm II. war das Areal für militärische Nutzung eingerichtet worden. In der DDR war die Zerweliner Heide Tabuzone, die Sowjetarmee nutzte das Gelände ebenfalls als Schießplatz. Auf die aktuellen Vorgänge in dem abgelegenen und mit Fahrzeugen kaum erreichbaren Areal ist die CDU Fürstenberg vor wenigen Tagen aufmerksam gemacht worden. Anlass für CDU-Bauausschuss-Vorsitzenden Thomas Burmann und den CDU-Stadtverordneten Olaf Bechert sich die Vorgänge vor Ort anzuschauen. Bei einem Pressetermin machten sie sich ein Bild von der Situation - wohl wissend, dass sich das Areal seit einiger Zeit im Eigentum des World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland befindet. Die Zerweliner Heide biete dem WWF die Gelegenheit, mitten in Deutschland Wildnis neu entstehen zu lassen, heißt es dazu auf der Website des WWF. "Urwälder von morgen, unberührte Seen und wertvolle Moore", sollen geschaffen werden. Fast 800 Hektar groß seien die Flächen für das Projekt. Der WWF hatte sie als Teil des Nationalen Naturerbes vom Bund erhalten. Doch mit der Übernahme der Flächen sei es nicht getan: In einem Teil des Gebiets müssten naturferne Nadelbaumforste Stück um Stück beseitigt werden, "und es kommen umfangreiche Folgekosten auf den WWF zu", heißt es. Außerdem: In der Zerweliner Heide befinden sich laut WWF schon jetzt "uralte Wälder, unberührte Seen und wertvolle Moore. Kennzeichnend und besonders für das Gebiet sind die teilweise über 200 Jahre alten Tieflandbuchenwälder, die etwa 143 Hektar bestocken, sowie Eichenwälder, Bruchwälder und Moorwälder." Die Irritation bei den Christdemokraten darüber räumen diese Hinweise nicht aus. "Wie kann es sein, dass andernorts Bäume als kostbares Gut behandelt werden, und hier wird flächendeckend Kahlschlag betrieben?", fragt Thomas Burmann. Er erinnere nur an die Auseinandersetzungen um die geplante B 96-Ortsumfahrung der Wasserstadt. Dem Verlauf der Trassenführung sollte nach dem Willen der Naturschützer kein Baum oder Strauch zum Opfer fallen. Ebenso das Projekt der Erneuerung der Schleuse Steinhavelmühle, bei dem es "Riesendiskussionen" um die Bauzufahrt durch den Wald gegeben habe, erinnert Thomas Burmann. Abgesehen davon müssten bei jedem Projekt, das eine Versiegelung des Bodens mit sich bringt, Ausgleichspflanzungen erfolgen, merkt Olaf Bechert an. Eigentlich verliere die Zerweliner Heide doch nach und nach den Charakter eines Waldes, weil nach Überzeugung von Experten zu viele kahle Stellen entstünden. Für eine Stellungnahme war der WWF nicht zu erreichen. Quelle: Gransee-Zeitung vom 09.12.2017 (Thomas Pilz)